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Maschinenbau: Ein Fels in der Brandung: der Maschinenbau. Noch sind die Auftragsbücher so gut gefüllt, dass die Produktion bis ins Jahr 2009 hineinreicht. Ein Plus von 5 Prozent wird für 2008 erwartet, für 2009 aber eine Stagnation. Immerhin konnte die Branche satte fünf Jahre von einem Aufschwung zehren, Gewinne anhäufen, Jobs schaffen. Die Abkühlung war überfällig, auch ohne Finanzkrise hätte der Maschinenbau an Dynamik eingebüßt. Die Branche setzt nun voll und ganz auf den Anlagenbau und Energie aus Windkraft und Turbinen. Damit könnten die Einbußen im Werkzeugmaschinenbau womöglich aufgefangen werden. Kurzum: Die Maschinenbauer sind wegen der Wirtschaftskrise nervös, aber noch nicht panisch. Und die Firmen wollen die Stammbelegschaft halten, jedoch nicht mehr wie in den Vorjahren neue Stellen schaffen.
Autoindustrie: Die Autobranche steckt knietief in der Krise. Der Absatz auf dem wichtigen US-Markt bricht ein. BMW hält seine Bänder an, Daimler schickt seine Mitarbeiter in den Zwangsurlaub, Opel bittet um Staatsgeld. Die Autoindustrie schlittert schnurstracks in Richtung Rezession, weil die Menschen lieber ihr Geld horten, als sich ein Auto zu kaufen. Selbst in den ehrgeizigen Schwellenländern schwindet das Interesse an Autos dramatisch. Bricht zum Beispiel in Deutschland der Export in 2009 weg, würden wohl nur noch 2,9 Millionen Neuwagen verkauft – das wäre das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung Deutschlands. Im Schlepptau der kriselnden Autobauer drohen die Zulieferer unterzugehen, dann müssten die Konzerne in die Bresche springen, um die Produktion nicht zu gefährden. Was bleibt – ist die Hoffnung: Die Automanager wagen keinen Ausblick für 2009. Was kommt, wissen sie nicht, nur eines: Es wird hart für die Branche.
Banken: Bei den Banken hat es angefangen. Weil sich die Kredithäuser weltweit mit Ramsch-Anleihen verspekulierten, droht jetzt eine Weltwirtschaftskrise. Die Banken rechnen sich vieles schön, nur nicht das nächste Jahr. Konkordat der US-Investmentbank Lehman Brothers Mitte September und der Absturz Deutschlands in die Rezession stoßen den Banken bitter auf. Das Misstrauen unter den Banken ist gewaltig. Deshalb stockt der Kreditfluss nach wie vor und verstärkt die Krise für viele Unternehmen, die angesichts der Krise dringend frisches Geld brauchen. Experten erwarten neue Fusionsgedanken im Bankensektor.
Baubranche: Die Baubranche blickt skeptisch auf 2009, wobei die Industrie optimistischer ist als das mittelständische Baugewerbe. Der Hauptverband der Bauindustrie erwartet zwar ein schwieriges Jahr, die Unternehmen seien aber gut aufgestellt. 69 Prozent der Unternehmen hatten zuletzt noch eine bessere oder gleich bleibende Geschäftsentwicklung in den nächsten 12 Monaten vorhergesagt. Die Verbände der Baubranche rechnen für 2009 beim mit einer Stagnation auf dem jetzt erreichten Niveau. Es ist zu hoffen, dass die öffentlichen Bauträger durch die Konjunkturpakete ihre Ausgaben in der Krise erhöhen.
Energieversorger: Wenn das Geld knapp wird, verbringen viele die Zeit in den eigenen vier Wänden, und verbrauchen mehr Strom und Erdgas. Das merken die Stadtwerke schnell. Die Energieversorger halten der Finanzkrise also wacker stand. Energiekonzerne profitieren von hohen Stromerlösen, ein Rückgang bei den Großhandelspreisen wird sich nach Einschätzungen von Experten erst nach 2009 auswirken. Die Konzerne setzen auf Auslandsaktivitäten und gehen weiter in Richtung erneuerbare Energien. Die erschwerten Finanzierungsbedingungen bekommen sie aber auch zu spüren, geplante Investitionen werden überprüft. Auch die Politik beschäftigt die Branche: Ab 2013 müssen gemäß den Klima-Beschlüssen des EU-Gipfels für Kohlekraftwerke Kohlendioxid (CO2)-Zertifikate ersteigert werden. Aber die Gewinnaussichten bleiben rosig, was auch damit zusammenhängt, dass die Konkurrenz nicht allzu groß ist und die Versorger viel leichter höhere Preise an ihre Kunden weitergeben können.
Stahl: Auch die erfolgsverwöhnte Stahl-Branche bereitet sich auf ein schweres Jahr 2009 vor. Nach Jahren des Booms ist die Nachfrage - nicht zuletzt wegen der Absatzkrise in der Autoindustrie - innerhalb von nur wenigen Wochen massiv eingebrochen. Die Stahlpreise, die Mitte des Jahres noch auf Rekordniveau waren, stürzten ins Bodenlose. Wie andere Branchen auch reagieren die Stahlkocher mit Produktionskürzungen, Kurzarbeit und milliardenschweren Sparprogrammen. Dass auch Schwellenländer wie Russland und China so stark von der Krise getroffen sind, erhöht die Unsicherheit der Branche über die künftige Entwicklung zusätzlich.
Einzelhandel: Der Einzelhandel leidet – seit Jahren. Auch 2009 wird kein gutes Jahr. Bisher blieb der Handel von großen Einbrüchen als Folge der Finanzkrise verschont. Allerdings hat der Einzelhandel auch nicht am Wirtschaftsaufschwung der vergangenen Jahre teilgenommen. Das Weihnachtsgeschäft ist besser gelaufen als erwartet. Das trifft auf den Handel mit Unterhaltungselektronik ebenso zu wie auf den Spielwarenfacheinzelhandel, der für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Umsatzplus rechnet. Auch der Lebensmitteleinzelhandel geht dank eines guten ersten Halbjahres für das Jahr 2008 von einem Umsatzplus aus. Sorge bereitet den Händlern der Ertrag, weil selbst stagnierende Umsätze nur noch mit immer höheren Preisnachlässen erreicht werden. Auf 2009 blicken die Händler mit Sorge. Sollten mehr Menschen arbeitslos werden oder Angst um den Job haben, werde der Umsatz sinken. Sollte 2009 ein konjunktureller Abschwung kommen, erwarten Beobachter eine Zunahme der Insolvenzen.
Pharma: Krisengewinner! Die Nachfrage nach Medikamenten kümmert sich nicht um die Krise. Außerdem sind die Kassen der Firmen so gut gefüllt, dass sie Kreditklemmen vorerst nicht zu befürchten haben. Ein Risiko gibt es aber doch: die zunehmende Finanznot der öffentlichen Gesundheitssysteme. Denn fehlt den Politikern das Geld, setzen sie die Pharmaindustrie stärker unter Druck, ihre Medikamentenpreise zu senken. Zudem versucht die Pharmabranche die Forschung und Entwicklung so zu stärken, dass mehr neue Arzneimittel auf den Markt kommen. Schließlich gilt es, die durch Patentabläufe absehbaren Umsatzausfälle auszugleichen. Allerdings verfügen Branchengrößen wie Pfizer oder Sanofi-Aventis über enorme Finanzreserven, um sich fehlende Technologie notfalls zuzukaufen.
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